Hochschulseelsorge
Rückblick auf die Podiumsdiskussion "Krieg, Kunst, Religion"
04.11. - 18 Uhr - Magistrale Kunsthalle
Ist Kunst im Krieg nur ein Luxus? Welche Hoffnung kann der Glaube in der Fremde schenken? Und woran denkt man, wenn man nicht über den Tag hinaus planen kann?
In unserer Podiumsdiskussion wurden vor den Bildern von Danylo Movchan gewichtige Fragen angesprochen - und wir haben entdeckt, dass der Besuch eines Museums genauso wie der Gang in eine Kirche Trost spenden kann.
Kunsthistorikerin Anna Petrova vom @kiu.competencenetwork betonte, dass alles politisch ist - und dass gerade künstlerisches Tun Sprachlosigkeit überwinden und transformieren kann.
Pfarrer Stanislav Babenko von der ukrainisch-orthodoxen Gemeinde in Frankfurt gab zu bedenken, dass es manchmal ein weiter Weg ist, um Sinn in kirchlichen Vollzügen zu finden.
Und der evangelische Pfarrer Wolfgang Krautmacher aus der @ekbo_evangelisch_im_osten berichtete nicht nur vom körperlichen Stress bei seinen Reisen in die Ukraine, sondern auch vom überzeugenden Wert des diakonischen Dienstes christlicher Gemeinden in Kriegszeiten.
Bei der provokanten Frage, ob es nicht safe spaces in Kunst und Kirche brauchte, die von Krieg und Leid unberührt bleiben müssten, waren sich alle einig, dass Kunst und Religion nur Bedeutung haben, wenn sie das wahre Leben berühren und gerade nicht rein und für sich bleiben.
Danke allen Gästen auf dem Podium, danke allen, die gekommen und zugehört oder mitdiskutiert haben.
Fotos: Saskia Heller
Die Ausstellung „Echoräume des Krieges. Danylo Movchan und zeitgenösische Positionen“ ist noch bis 21.11. immer Donnerstag und Freitag 14-19 Uhr und Samstag 12-16 Uhr in der Magistrale Kunsthalle zu sehen.
---
Rückblick auf die Vernissage „Echoräume des Krieges. Danylo Movchan und zeitgenössische Positionen.“
[English version below]
Mehr als 150 Personen waren am Freitagabend gekommen, um die Eröffnung der neuen Ausstellung „Echoräume des Krieges“ in der Magistrale Kunsthalle zu besuchen. In zwei großen Räumen konnten die Besucherinnen und Besucher zunächst Aquarellarbeiten des ukrainischen Ikonenmalers Danylo Movchan sehen, der später auch für ein kurzes Gespräch online aus der Ukraine zugeschaltet wurde. Dabei betonte er, dass Kunst ganz anders als Nachrichten einen inneren Zugang zu den Geschehnissen des Krieges möglich machen kann.
Im zweiten Raum setzt sich die Ausstellung mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern fort, die das Thema des Krieges auf sehr unterschiedliche Weise aufgreifen. Einige waren extra zur Eröffnung gekommen, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.
Zu sehen sind beispielsweise die großformatigen Acrylarbeiten von Valeria Osina, die eine offen stehende Tür oder ein paar getrocknete Blumen zeigen und so den Eindruck von Verlassenheit vermitteln, vielleicht nach einer überstürzten Flucht.
Auch Viadrina-Studentin Vlada Antypenko hat drei Bilder zur Ausstellung beigesteuert. In ihren Arbeiten erkundet sie eine kindliche Sicht auf die Dinge. Im Katalog wird fragt sie: „Wie erklärt man einem Kind, warum es sich im Bunker verstecken muss?“
Der Mitorganisator der Ausstellung, Hochschulseelsorger René Pachmann, freut sich über die positive Resonanz der Gäste und betont: „Besonders ukrainische Künstlerinnen und Künstler beweisen mit ihrer kreativen Reaktion auf die Schrecken des Krieges ein enormes Maß an Resilienz. Uns war wichtig, auch in Frankfurt eine Vielfalt von Stimmen zu diesem Krieg zu zeigen.“
Die Ausstellung wird noch bis 21.11. jeweils Donnerstag und Freitag 14-19 Uhr und Samstag 12-16 Uhr im 2. OG der Lenné-Passagen zu sehen sein.
Im Rahmen des Monats der politischen Bildung und in Kooperation mit der Viadrina findet am 04.11. um 18 Uhr außerdem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Krieg, Kunst, Religion“ statt.
--
More than 150 people attended the opening of the new exhibition “Echo chambers of War” at the Magistrale Kunsthalle on Friday evening. In two large rooms, visitors were first able to view watercolor works by Ukrainian icon painter Danylo Movchan, who later joined the event online from Ukraine for a brief discussion. He emphasized that, unlike news reports, art can provide an inner access to the events of war.
In the second room, the exhibition continues with other artists who address the theme of war in very different ways. Some had come especially for the opening to talk to the guests.
On display, for example, are large-format acrylic works by Valeria Osina, which show an open door or a few dried flowers, conveying an impression of abandonment, perhaps after a hasty escape.
Viadrina student Vlada Antypenko also contributed three paintings to the exhibition. In her works, she explores a childlike view of things. In the catalog, she asks: “How do you explain to a child why it has to hide in a bunker?”
The co-organizer of the exhibition, university chaplain René Pachmann, is delighted with the positive response from guests and emphasizes: “Ukrainian artists in particular are demonstrating an enormous degree of resilience with their creative response to the horrors of war. It was important to us to show a diversity of voices on this war in Frankfurt as well.”
The exhibition will be on display until November 21, Thursdays and Fridays from 2 to 7 p.m. and Saturdays from 12 to 4 p.m. on the 2nd floor of the Lenné Passagen.
As part of Political Education Month and in cooperation with Viadrina, a panel discussion on the topic of “War, Art, Religion” will also take place on November 4 at 6 p.m.
---
Ein Projekt von ukrainischen und deutschen Engagierten zusammen mit Hochschulseelsorger R. Pachmann, der Kulturkoordinatorin der Europa-Universität Viadrina C. Krüger und dem Verein Helping Hands Blaue Brücke e.V. in Kooperation mit der Magistrale Kunsthalle Frankfurt (Oder).
Gefördert durch: Erzbistum Berlin, Sparkasse Oder-Spree, Förderkreis der Europa-Universität Viadrina, Deutsch-Ukrainische Gesellschaft, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“