Epiphanie

Epiphanie - (Erscheinung des Herrn)

In der Antike bedeutete Epiphanie die Erscheinung einer Gottheit oder Einzug eines als Gott verehrten Herrschers in eine Stadt, wo er als „Retter“ empfangen wurde!

Im christlichen Festkalender ist es das Geburtsfest Jesu, das im Osten am 6. Januar gefeiert wird. Es ist noch kurz vor dem römischen Weihnachtsfest entstanden. Älteste Spuren führen nach Alexandrien in Ägypten. Dort wurde zu diesem Termin das Fest der Taufe Jesu gefeiert. In der Ostkirche wurde Epiphanie so zu einem wichtigen Tauftermin.

In der Volksfrömmigkeit des Mittelalters treten „die Heiligen Drei Könige“ so stark in den Vordergrund, dass Epiphanie fast nur noch „Dreikönigsfest“ genannt wird. Dabei ist im Evangelium (Mt 2,1-12) weder von Königen, noch von der Dreizahl die Rede! Diese Bezeichnungen entstanden in der Volksfrömmigkeit wohl aus der Zahl und dem Wert der Gaben.


Brauchtum:

- Seit ältester Zeit wurde nach dem Festevangelium das Datum des kommenden Osterfestes verkündet (man hatte noch keinen Kalender in jedem Haushalt).
- Die Häuserweihe erwächst aus dem vorchristlichen Brauchtum der Rauhnächte um die Wintersonnenwende, in denen die „wilde Jagd“ umgeht und durch Lärm („Heidenlärm“) und Ausräuchern (heute Weihrauch) vom Haus vertrieben wurde.
- Auch die Bezeichnung der Türen mit C + M + B (Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus) und Jahreszahl ist Verchristlichung eines heidnischen Schutzzaubers.
- Erwähnt sei auch die mittelalterliche Sitte der Sternsinger, die als „Dreikönige“ mit einem leuchtenden Stern von Haus zu Haus zogen, in Versen oder Liedern die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland erzählen und Gaben erbitten. Sternsingen (gefördert durch das Kindermissionswerk) ist inzwischen die größte Aktion, in der Kinder und Jugendliche etwas für ihre Altersgenossen in Afrika, Latein- und Südamerika, Asien und Südosteuropa.


vorbereiten:

Kreuz, Bibel, Kerze, Gotteslob, Stern


Besonderheit:

Manchmal sprechen wir von „Sternstunden“, wenn etwas ganz toll, einmalig, zukunftsweisend und besonders ist. Das heutige Fest ist solch eine „Sternstunde“. Wir hören vom, Licht, das das Dunkel hell macht; von einem Stern als Wegweiser. Gott schenkt den Menschen aus allen Völkern sein Heil. Dafür stehen die Sterndeuter, Magier oder Weisen, wie sie das Evangelium nennt. Sie erkennen in dem neugeborenen Kind den König der Welt. Ihre Geschenke – Gold, Weihrauch, Myrrhe - sind königlich! So ist es kein Wunder, dass aus ihnen im Lauf der Geschichte selbst Könige werden.

Sternsinger bringen diese Botschaft jedes Jahr zu den Menschen und sammeln für ihre Altersgenossen auf der ganzen Welt, die diese Hilfe nötig haben.


Gottesdienst:

Kreuzzeichen

Lied: Gotteslob 221

Bitte um Vergebung: Möglichkeit einander um Verzeihung zu bitten

Gebet:
Guter Gott,
Jesus, der neugeborene König
ist nicht nur König für dein Volk Israel.
Jesus, der neugeborenen König
ist Herr der ganzen Welt.
Durch ihn sind alle Völker zum Heil berufen.
Dafür danken wir dir – heute und in Ewigkeit.
Amen.

Lesung: Jesaja 60,1-6

Evangelium: Matthäus 2,1-12

Gedanken:
Das heutige Fest ist ein „lebensspendendes“ Fest. Wenn wir in die beiden Texte schauen, begegnen uns Worte wie: aufstehen, Licht, Herrlichkeit, strahlen, Glanz, sich versammeln, unterwegs sein, Fülle, Geschenke, Stern, König, große Freude … Sie machen deutlich, Gott will das Gute, Helle und Strahlende der Finsternis, dem Dunkel und der Trauer entgegenstellen. Das verheißt Zukunft. Und diese Zukunft ist allen Menschen zugesagt. Welche Gedanken verbinde ich mit den Fest-Worten? Kann ich einen Gedanken davon mit in die kommende Zeit nehmen?

Die segensreiche Botschaft der Liebe Gottes für alle Menschen bringen in jedem Jahr auch die Sternsinger – in die Häuser, in die Öffentlichkeit, eben zu den Menschen. In diesem Jahr wird auch das anders sein – wie alles gehen wird, wissen wir noch nicht. Bitte unterstützen Sie das Anliegen der Sternsinger gerade auch in diesem Jahr mit Ihrer Spende!!!

Fürbitten: Möglichkeit der „freien“ Fürbitte

oder

Herr Jesus Christus, du bist das Heil aller Völker und Nationen. Höre unsere Bitten:

Für unsere Schwestern und Brüder in den Ostkirchen, die heute das Fest deiner Geburt feiern.

Schenke den christlichen Kirchen immer tiefere Einheit und gegenseitige Versöhnung.

Schenke den Völkern dieser Welt Verständnis und Offenheit für die anderen, dass Kriege und Auseinandersetzungen ein Ende nehmen.

Segne das Wirken aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die als Sternsinger deine Botschaft zu den Menschen bringen.

Erbarme dich der Verstorbenen und lass sie dich, das Heil aller Menschen, schauen.

Alle Enden der Erde schauen dein Heil. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.

Vaterunser

Segensbitte:
Gott, segne und behüte uns.

Sei bei uns, wenn wir aufbrechen,
um deine frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen.

Segne unsere Schritte,
damit wir nicht müde werden auf unserem Weg.

Segne unsere Worte,
damit wir die Herzen der Menschen erreichen.

So segne uns der eine Gott,
der Vater,
der Sohn
und der Heilige Geist.

Lied: Gotteslob 745