Hochschulseelsorge
Studieren als religiöse Praxis?
Wen das Studium manchmal überfordert und frustriert, bekommt hier eine neue Perspektive zum Ausprobieren.
Vielleicht hilft die Sichtweise, dass Studieren und Lernen auch verstanden werden kann als eine Transzendenzpraxis und darum als religiöses oder mindestens als religionsanaloges Handeln.
Es sind gerade die Herausforderungen mit Neuem, die das Studium ausmachen. Das heißt: Neues Wissen, neue Kenntnisse, neue Handlungsoptionen. Zugleich aber auch Stress, eine partielle Überforderung des Altbekannten und Immer-schon-Gewussten mit dem, was ganz anders ist.
So werden Lernen und Studieren zum Eintritt in unbekannte Sphären, bei dem alte Gewissheiten zerbrechen, neue Einsichten entstehen, überraschende Verknüpfungen auftauchen.
Das erweitert den Horizont und ermöglicht persönliches Wachstum.
All das gilt auch für religiöse Praktiken – auch hier brechen Menschen aus ihren menschlichen Begrenzungen auf und öffnen sich für etwas (oder jemanden), das (oder der) größer ist als das bisher Gekannte. Der Horizont bricht auf und Anderes wird denkbar, vielleicht sogar erfahrbar. Viele Religionen sprechen hier von Gott.
Auch religiöse Praxis möchte den Kontakt mit dem einen ganz Anderen, mit Gott, ermöglichen und Menschen wachsen lassen.
Religion und Studieren sind also mindestens strukturgleich, wenn nicht gar als Haltungen verwandt.
Daraus ließe sich zweierlei folgern: So kann Studieren als grundsätzlich offen für religiöse Fragen begriffen werden (wenn es nicht den Prozess, Neues kennenzulernen, abbrechen will) und Religion kann sich nicht in einmal gefundene Wahrheiten abschließen (wenn sie damit nicht zugleich den Zugang zum jeweils neu Anderen abwürgen will).
Aber ob das bei Klausurenfrust wirklich hilft…?
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„Bass heilt deine Seele" - Presse-Info zum Techno-Gottesdienst
Mit diesem Erfolg hatten die Veranstalter nicht gerechnet: mehr als 300 Menschen kamen am Samstagabend in die Marienkirche, um - mal länger, mal kürzer - am Techno-Gottesdienst teilzunehmen. Einige warteten geduldig von Beginn an auf die bekannten Teile eines Gottesdienstes wie Lesung und Predigt, anderen waren die treibenden Bässe genug. Während der fast vier Stunden zeigten die drei DJs Robbie Bikkini, Q.MacMurphy und 4x4, wie sie die Innenstadtkirche mit ihren persönlichen musikalischen Akzenten zum religiösen Dance floor machten.
„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir neben unseren Gemeindemitgliedern auch sehr viele Menschen ansprechen konnten, für die ein klassischer Gottesdienst am Sonntagmorgen nichts ist.“ betont Mitorganisator René Pachmann vom ökumenischen Glashaus-Projekt. „Schon vorher war uns klar, dass so ein Experiment nicht für alle etwas ist – umso mehr freuen wir uns, dass so viele verschiedene Menschen gekommen sind, um etwas Neues auszuprobieren. Tanz und Religion sind in unseren Breiten ja leider nicht oft gemeinsam zu finden. Aber das kann ja noch werden.“
Tatsächlich füllte sich die Tanzfläche im Chor unter dem Kreuz mehr und mehr, je dunkler es draußen wurde. Gleichzeitig spendeten die Pfarrerinnen Susi Noack und Marie-Luise Gürtler Glitzersegen an die Anwesenden. Mit einem Segen endete die Veranstaltung auch kurz nach halb zehn – und die tanzenden Gottesdienstbesucher strömten in die Frankfurter Nacht.